Leistungsbeschreibung – die Summe aller Leistungspositionen

Bei der Leistungsbeschreibung, d. h. die Summe aller Leistungspositionstexte, ist es ist Ihnen prinzipiell freigestellt, ein und dieselbe die Leistung im Fließtext über 30 Zeilen sehr blumenreich zu beschreiben oder sie in einer knappen tabellarischem Aufzählung in Ihren wesentlichen Eigenschaften zu verfassen. Es bestehen also an die Leistungsbeschreibung aus formaler Sicht grundsätzlich keine Anforderungen. Dennoch sollte man einige Regeln beachten.

Optimieren Sie Ihre Leistungsbeschreibung

Leistungspositionstexte: formale Gestaltung

Bei der Leistungsbeschreibung  haben sich in der Praxiseinige sinnvolle Konventionen ausgebildet, die Sie einhalten sollten, um zahlreiche Angebote auf Ihre Ausschreibungen hin zu erhalten. Nach einer solchen Konvention werden Leistungspositionen in einem sogenannten Kurz- und Langtext beschrieben.

Lesen Sie hier, wie Sie mit einer logischen Struktur in der Leistungsbeschreibung Fehler vermeiden!

Jede Position, dass heißt jede einzelne Teilleistung, bekommt üblicherweise eine Nummer, nach der sie zweifelsfrei zuordbar und auffindbar ist. Weiterhin wird jeder Position eine bestimmte Menge und eine Einheit zugeordnet, sowie für den Anbieter eine Möglichkeit geschaffen, sowohl den Einzelpreis der Leistung, als auch den Gesamtpreis (also das Produkt aus Menge und Einzelpreis) einzutragen.

Beispiel Leistungspositionstext aus Datenbank "LV-Texte" (Screenshot aus ORCA AVA-Software)
Beispiel Leistungspositionstext aus Datenbank „LV-Texte“ (Screenshot aus ORCA AVA-Software)

Weitreichendere Konventionen bestehen dann, wenn Sie Ihre Ausschreibungen im einheitlichen Datenaustauschformat (GAEB) unterordnen wollen.

Der Kurztext

Der Kurztext versteht sich als eine Art Kopfzeile oder Überschrift, nach der die beschriebene Leistung eindeutig und zweifelsfrei beschrieben und von anderen, gleichartigen Leistungen zu unterscheiden ist. Diese Unterscheidung ist dringend nötig, da sie beispielsweise in Preisspiegeln oder in Kurztext-Angeboten ausschließlich mit der Kurztextzeile arbeiten werden.

Tipp: Ergänzen Sie die Kurztextzeile um die hauptsächlich preisbildenden und markanten Kriterien. So können Sie Ihre Positionen anhand der Kurztextzeile später eindeutig wiedererkennen.

Der Langtext

Der Langtext ist der eigentliche Positionstext. Im Langtext werden alle für die Arbeitsausführung wesentlichen Angaben beschrieben. Obwohl der Begriff „Langtext“ heißt, sollten Sie ihn keinesfalls wörtlich nehmen. Im Gegenteil: Beschreiben Sie die benötigte Leistung zu kurz und präzise wie irgend möglich.

In der Praxis hat es sich als hilfreich erwiesen, alle kostenrelevanten Eigenschaften in tabellarischer Form aufzuführen. So gerät die Position nicht nur sehr kurz, sondern zusätzlich auch äußerst übersichtlich und kopierfreundlich beim Aufbau des LV. Es ist sehr ökonomisch, lediglich einzelne Zeilen eines Leistungstextes ändern zu müssen, wenn Sie Positionen kopieren.

Einbauort nicht vergessen

Geben Sie unbedingt einen Einbauort an, damit Sie und andere später immer wieder schnell nachvollziehen können, für welchen Teil des Gebäudes die beschriebene Leistung benötigt wird.

Achtung: Sofern Sie eine Leistung auf Grundlage Ihres LV als Pauschalauftrag vergeben wollen, sollten Sie dem Einbauort stets ein „z. B.“ hinzufügen. Ansonsten könnte sich der Bieter später darauf berufen, dass er die angebotene Leistung ausschließlich an dem beschriebenen Ort zu erbringen hat!

Die VOB regelt, dass Bauleistungen, sofern nichts anderes beschrieben ist, komplett inklusive Materiallieferung, Vertragen und Einbau zu kalkulieren sind. Hüten Sie sich demzufolge davor, Ihre Langtexte mit solchen Verben wie „liefern“ oder „einbauen“ zu dekorieren. Hier könnte ein Anbieter – zurecht – unterstellen, dass eine Teilleistung anzubieten ist, da das Material bauseitig beigestellt oder eingebaut wird.

Tipp: Erfassen Sie die preisbildenden Kriterien so umfangreich wie nötig und fassen Sie sich ansonsten so kurz wie möglich!

Was nicht in eine Ausschreibung gehört

Informationen, die nicht der Preisbildung dienen, gehören nur soweit in eine Ausschreibung, wie sie als Arbeitsanweisung auf der Baustelle dienen können. Ob eine Tür auf der linken oder rechten Seite angeschlagen ist und ob ein Geländer schwarz oder rot zu lackieren ist, ist für das Angebot nicht interessant. Demzufolge braucht das auch nicht erwähnt zu werden, zumal vom Auftragnehmer später eine Türliste nach Öffnungsrichtungen erstellt bzw. vom Architekten ein Farbkonzept ausgearbeitet wird.

Optimierte Leistungsbeschreibung mit LV-Texte

Je umfangreicher eine Leistung beschrieben ist, desto geringer wird aller Erfahrung nach die Zahl der eingehenden Angebote sein und desto höher wird der Preis für ein und dieselbe Leistung sein!

Autor: Uwe Morell